Golden Circle

Was wäre eine Entdeckungsreise auf Island ohne den Golden Circle zu sehen? Natürlich stand dieses Highlight als erstes auf unserer Agenda. An einem Tag lassen sich so zahlreiche Sehenswürdigkeiten erkunden und gleichzeitig gewinnt man einen tollen Einblick in die Landschaft.

Skálholt DSC05550

Zunächst ging es nach Skálholt, dem Ort der bis ins 18. Jahrhundert hinein der Hauptort des Landes war und seit der Besiedlung praktisch die eigentliche Hauptstadt darstellte. Davon ist mittlerweile aber nicht mehr viel zu sehen, die Kirche stellt das Zentrum des Dorfes dar und drumherum liegen einige kleinere Häuser. Für den Start in die Erkundungstour war es ganz Interessant und wir freuten uns bereits auf die vor uns liegenden natürlichen Highlights.

Gulfoss 20160531_113457

Also ging es weiter zum Gulfoss (Goldwasserfall), einer der größten und schönsten Wasserfälle Islands und der Titel war völlig berechtigt. Zunächst wurden wir aber am Parkplatz von einem coolen Fahrzeug überrascht, welches wir zunächst genauer in Augenschein nehmen mussten. Ein umgebauter Unimog zu einem Bus mit großen, sich selbst aufblasenden Reifen. Das war mal ein klasse Gefährt und sicherlich perfekt geeignet für`s Hochland. Zum Wasserfall führt ein gut ausgebauter Weg und dieser lässt sich von oben und unten besichtigen. Malerisch in die Landschaft gebettet waren wir ziemlich begeistert von den Fällen. Allein die Sonne fehlte am heutigen Tag für ein paar tolle REgenbogeneffekte. Aber auch so, waren wir ziemlich angetan von den tollen Panorama. Für mich waren es die Niagarafälle Islands, eingebettet in die natürliche Landschafts ergab es ein tolles Panorama und war noch viel beeindruckender als die Niagarafälle. Auf dem Rückweg sahen wir wie sich das Café in die Landschaft Islands einbettet und es sah genauso aus wie eines in Neuseeland. Die Theke konnte ebenfalls mit einem guten Carrot Cake überzeugen. Der ganze Besuch wäre mit unseren Neuseelandfreunden perfekt gewesen, aber das wird bestimmt nachgeholt.

Strokkur DSC05608

Nach diesem tollen Anblick ging es weiter zum Strokkur (Butterfass). Dieser liegt im Heißwassertal Haukadalur und ist ein kleiner Thermalpark der nur einige Kilometer vorm Gulfoss liegt und aufgrund des ganzen Nebels nicht zu übersehen ist. Ein Hinweisschild in mehreren Sprachen deutet auf die deutlich über 60°C liegende Wassertemperatur hin. Um das Landschaftsbild nicht zu verändern sind die Wege von den Quellen nur durch ein tieferliegendes Seils getrennt. So lassen sich die heißen Quellen aus nächster Nähe beobachten und es reicht, die Hand drüber zu halten um zu wissen, dass das ganze schmerzhaft ist. Im Park selbst sind zwei Geysire vorhanden, wobei der große Geysir mittlerweile nicht mehr aktiv ist. Dieser wurde durch das Erdbeben 2010 nochmal für einige Monate zum Leben erweckt. Dafür verrichtet der Butterfass unermüdlich seinen Dienst. Alle 3-10 Minuten steigt eine 25-35m hohe Fontäne in den Himmel. Kurz bevor es soweit ist, kündigt sich diese durch eine beeindruckende blau leuchtende Blase unterhalb der Wasseroberfläche an. Ein Schauspiel was man auf jeden Fall erleben muss. Es zieht ein magisch in den Bann und lässt einen schnell die Zeit vergessen. So entstanden auch zahlreiche Aufnahmen die wir alle noch sortieren müssen. Für eine kleine Pause sind wir den Park noch bis zu den Hügeln hoch gelaufen um das ganze Schauspiel auch aus der Ferne zu genießen.

Dazu noch eine kleine Geschichte. Bis auf den gestern besuchten Kerid Crater, sind alle Naturparks kostenlos. Auch das Parken daran ist ebenfalls kostenlos. Dies ist allein aus dem Grund Interessant, da das Land 2009 selbst nahe an der Insolvenz stand. Obwohl eine Gebühr schnell und einfach umsetzbar gewesen wäre, wurde diese zur Sanierung nicht herangezogen. Im März 2014 wurde dann doch eine Gebühr in Höhe von 600 ISK (4€ p.P.) für den kleinen Naturpark fällig. Dies gefiel den Isländern selbst aber garnicht. Sie klagten erfolgreich und im April wurde die Eintrittsgebühr bereits wieder abgeschafft.

Efstidalur 20160531_150430

Um die Gedanken noch ein wenig Schweifen zu lassen, ging es zum Bauerncafé Efstidalur. Hier gibt leckeres Eis aus frischer Islandmilch und guten Café zum genießen. Das Restaurant ist durch mehrere Fenster vom STall getrennt, was eine ziemlich coole Idee ist. Die kleine Café Pause tat richtig gut, allerdings war die Ruhe nur von kurzer Dauer. Ca. 20 Minuten später hielt vor der Tür ein großer Bus und aus den Türen stürmten ca. 50 Jugendliche heraus um das Eisfach zu plündern. Für uns Grund genug die Flucht zu ergreifen 😉

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Für die letzte Etappe war noch ein wenig Fahrzeit nötig, es ging direkt hinein in den Nationalpark Thingvellir. Dort lässt sich das Auseinandertriften der Eurasischen und amerikanischen Kontinentalplatten beobachten, die sich jährlich zwischen 2-5cm voneinander entfernen. Das Naturschauspiel ist durch beeindruckenden Felsspalten nicht zu übersehen und bietet sich ideal zum entlang kraxeln an 😉 Außerdem wird der Nationalpark vom Fluss Öxará durchströmt und auf seinem Weg in die Schlucht wird er zum tollen Öxarárfoss. Außerdem werden tieferliegende Erdschluchten mit Kristallklarem Wasser gefüllt, weswegen der Ort mittlerweile zu einem beliebten Tauchhotspot avanciert ist.

Es war mittlerweile spät geworden und das Wetter wurde leider auch zusehends schlechter, so dass wir uns auf dem Rückweg machten. Im Gasthaus kam ich auf die grandiose Idee mir einen Café mit dem Philipps Vollautomaten zu machen. Allerdings hatte der Kaffeeautomat andere Pläne. Eine Entkalkung stand auf dem Programm, ich ignorierte die Forderung. Es kam die Frage ob ich diese wirklich nicht durchführen möchte, welches ich bestätigte. Kurze Zeit später fing die Entkalkung dann doch an. Naja, wird ja nur ein paar Minuten dauern, war mein Gedanke. Falsch gedacht. Die Kaffeemaschine zelebrierte den Entkalkungsvorgang förmlich. Nachdem ich bereits 2 mal den Wassertank aufgefüllt hatte, traf mittlerweile die Familie wieder ein. Gemeinsam versuchten wir die Kaffeemaschine zu überreden, den Entkalkungsvorgang abzubrechen, aber da war nichts zu machen. Kurze Recherche im Internet und wir kamen der Lösung näher. Sobald der Vorgang beginnt muss eine ganz bestimmte Füllmenge Wasser vorhanden sein, ist dies nicht der Fall, beginnt der Vorgang erneut… Die bei Phillips sollten dringend mal ihre Programmierung überdenken. Jedenfalls habe ich die Familie freundlich, aber bestimmt, ins Bett geschickt und noch bis 1 Uhr Spaß mit dem Kaffeevollautomaten gehabt. Es war also eher eine kurze Nacht.

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