CN-Tower & Abflug nach Island

Letzter Tag stand ganz im Zeichen des CN-Towers. Wettermäßig sollte es bis 14 Uhr trocken und klar bleiben. Am CN-Tower war die Warteschlange für den Ticketschalter bereits fleißig am Wachsen. Nachdem Sicherheitscheck dauerte es in der Ticketschlange dann nicht ganz so lang. Ich habe das Observation-Deck mit dem Skypod gewählt. Mit Steuern landet man bei 53C$ (35C$ Observation Tower + 12C$ Skypod + Steuern). Beim Onlinekauf lassen sich 3C$ sparen, unter der Voraussetzung das die Buchung min. 24h vorher erfolgt. In Anbetracht des sich schnell wechselnden Wetters hielt ich das für keine Alternative.

Zum Observation Deck gelangt man über einen Fahrstuhl der hinter einer Glasfassade am Tower entlang nach oben Fährt und weniger als 60 Sekunden für die 355m braucht. Das Deck ist geteilt in einem Restaurant- und Aussichtsbereich. Der Glasboden ist im unteren Stock montiert und besteht aus ca. 10m². Allein die Reaktionen der Menschen am Glasboden zu sehen, war schon ein Highlight. Viele trauten sich gar nicht den Boden zu betreten. Es war auch sehr eindrucksvoll. Durch den Glasboden ließ sich steil in die Tiefe blicken. Direkt darunter befand sich nichts und nur wenige Meter seitlich, waren das Stadion, Aquarium und Zugteil zu sehen. Schon sehr stark gemacht und unbedingt ein Muss, wenn man den Schwindelfrei und Ingenieursvertraut ist 😉

Das Aussichtsdeck selbst war ziemlich überlaufen und einen Platz am Fenster zu bekommen war gar nicht so einfach. Eine Etage tiefer, unterhalb des Restaurans- und Aussichtsbereich, befindet sich der Glasboden und ein Außenbereich. Von hier hat man schon eine grandiose Aussicht die sich auf Bildern wegen des engmaschigen Zauns nicht festhalten lässt. Beeindruckender ist einfach die Vogelperspektive durch den Glasboden. Da am Nachmittag ein Spiel im Stadion stattfand, konnte man schön die vielen Punkte beobachten und zusehen, wie sich die Sitzplätze im Stadion füllen. 

Der in 447m Höhe hängenden Skypod ist durch einen Fahrstuhl vom Observation Deck erreichbar. Hier war wieder eine ziemlich lange Schlange vorhanden. Der Vorteil am Skypod ist allerdings, dass nur eine bestimmte Personenanzahl gleichzeitig oben sein darf. Und daher hat man einen viel besseren Bewegungsraum als im Aussichtsdeck. Leider lassen sich auch in dieser Schlange noch Tickets nachkaufen. Da nur eine Person vorhanden war, dauerte die Abwicklung ziemlich lang und ich wartete bestimmt 40 Minuten bis ich in den Fahrstuhl gelang. Die Wartezeit lohnte sich aber deutlich. Zunächst wegen der noch besseren Sicht und den verhältnismäßig wenigen Menschen die hier gleichzeitig sind. Das Skypod  ist ziemlich klein und der 360°C Lauf schnell gemacht 😉

Die Aussicht vom CN-Tower kann man sich schon mal genehmigen. Allerdings sollte der Skypod unbedingt mit besucht werden, hier lässt sich die Aussicht viel besser genießen und auch Fotos sind sehr gut möglich. Leider war zu meinem Besuch der Fernblick nur begrenzt möglich, da es ziemlich diesig war. Insgesamt hat der Tower-Ausflug mit Ticketkauf und Skypod 3h gedauert, eine gut investierte Zeit.

Anschließend blieb uns allerdings deutlich weniger Zeit für die restlichen Tagesaktivitäten. Das Toronto Outlet Center, Walmart und Starbucks standen noch auf der Agenda. Und wer ließ uns im Stich? Natürlich der Nahverkehr in Toronto. Jessy sammelte ich am Hafen ein, die hatte es sich in der Zeit hier gemütlich gemacht. Wir wollten den Direktweg zum Auto nehmen. So warteten wir an der Bahnhaltestelle und stellten fest, dass auch nach 20 Minuten immer noch keine Bahn in Sicht war. Ok, also ging es zu Fuß zum Umstieg. Dort kam zeitnah eine von den uralten Bahnen. Wir tuckerten so mit gefühlter Schrittgeschwindigkeit entlang und erreichten einen Bahntunnel. Am Ende des Bahntunnels gab es eine kleine Kollision zwischen unsere Bahn und einem Auto. Der Fahrer schien sich daran aber kaum zu stören und fuhr weiter. Die robuste Bahn quittierte allerdings ihren Dienst und legte somit die gesamte Strecke lahm. Es folgte der Hinweis, dass wir bitte aussteigen mögen, da die Fahrt nicht weitergeht und es auch einige Zeit dauern könnte. Da standen wir nun auf halber Strecke und mussten den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen. Für unseren Zeitplan nicht gerade förderlich 😉

Auto erreicht und schnell Richtung Toronto Outlet. Die Straßen waren ziemlich voll und mit soviel Verkehr hätten wir auf einen Sonntagnachmittag nicht gerechnet. Es ging eher im Schneckentempo voran. Am Ziel gab es bereits die nächste Herausforderung, einen Parkplatz zu finden. Wir kreisten so langsam herum und kamen an einen freien an, den sich allerdings eine Chinesin im Geländewagen versuchte zu sichern. Wie sie  den 90° Winkel an den Auto bewerkstelligen wollte, war mir ein Rätsel und ich wartete um zu zusehen. Es dauert ca. 30 Sekunden und sie überließ mir, mit Handzeichen, den Parkplatz. Sie selbst wusste nicht so recht, wie sie reinfahren sollte. Sah schon etwas Lustig aus.

Nun ja, es ging auf schnelle Shoppingtour. Doch Auswahl und Preise waren eher mittelmäßig, da war der Outlet in den White Mountains schon besser. Langsam mussten wir zum Flughafen, aber  weder ein Star Bucks noch ein Supermarkt waren in der Nähe zu finden und so blieben unsere geplanten Mitbringsel leider auf der Strecke 🙁

Zurück an der Mietwagenstation trafen wir auf eine einsame Frau, die alle Hände zu tun hatte. Neben der Abfertigung der Kunden, musste sie diese auch zum Flughafen hinbringen bzw. abholen und das alles allein. Es dauerte zwar ein wenig, aber sie managte das ziemlich souverän. Mit Greenmotion ging alles reibungslos über die Bühne und wir waren ganz zufrieden mit dem Anbieter. Bei der Abholung wurden keine weiteren, unnötigen Versicherungen angeboten. Einfache Tankregel, so zurück wie übernommen. Für die zusätzliche USA-Versicherung wurde nur das Zeitfenster berechnet, indem wir uns in den USA aufhielten. Mail-Anfrage nach einer 6h späteren Abgabe, als vereinbart, wurde unkompliziert und schnell mit einem JA beantwortet. Der Wagen selbst, ein Toyota Corolla neueres Modell, war allerdings eher gewöhnungsbedürftig. Das ich sowas mal sage, aber innen völlig altbacken, die Automatik aus der Steinzeit und Anmutung und Qualität unterstes Niveau. Von Toyota hätte ich da deutlich mehre erwartet.

Am Flughafen verging die Zeit auch wie im Flug. Gepäck aufgegeben, durch die Sicherheitskontrolle und es blieben irgendwie nur noch wenige Minuten bis zum Beginn des Boarding. Zum Gate gelangten wir, ohne Zollkontrolle, nun sind wir also weder in den USA noch in Kanada offiziell ausgereist. Hoffentlich landen wir nicht bald auf irgendwelchen Fahndungsplakaten 🙂

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