Von New York nach Boston

Irgendwie sind zwei Tage New York einfach zur kurz. Nach unserem letzten Besuch standen ja nur wenige Orte auf der Agenda, aber es ist deutlich mehr geworden, wie ursprünglich geplant. Aber schön war es!

Langsam ging es ja auf die Zielgerade und der Kreis nach Toronto sollte sich langsam schließen. Wobei die Agenda noch einige Eckpunkte vermerkt hatte. So sollte es noch einen Stopp in Boston geben. Da wir die Zwischenstopps flexibel eingeplant hatten, stand schon die nächste Herausforderung an, ein oder zwei Nächte Stopp auf dem Weg nach Boston? Letztendlich entschieden wir uns für eine Nacht um hinten heraus noch etwas mehr Zeit zu haben.

Von Staten Island ging es also mit Auto wieder raus über die baulich beeindruckende Verrazano-Narrows Bridge. Eine Doppelstöckige Hängebrücke die auf beiden Ebenen jeweils 3 Fahrspuren pro Richtung hat. Allein bei der Auffahrt ist es gar nicht so einfach das Stockwerk zu erwischen auf dem sich nur Autos bewegen dürfen 😉 Dank T-Mobile konnten wir nun auch Google Maps nutzen um die Stauprognose einfließen zu lassen und so evtl. noch bessere Alternativrouten zu bekommen. Der Straßen-Irrgarten änderte sich allerdings nicht. Nach 45 Minuten konnten wir die Skyline noch immer sehen und hatten fast den Eindruck, wir würden im Kreis fahren.

Während wir die Stadt verließen fiel uns auf, dass wir bisher der Cheesecake Factory noch keinen Besuch abgestattet hatten. Es wurde Zeit, die schleunigst zu ändern. Der nächste lag in Westbury und landete so gleich als Ziel im Navi. Doch der Besuch war nicht von Erfolg gekrönt. Die Filiale hatte noch geschlossen und öffnete erst 1h später. Zum Glück gab´s ein Café aus. Doch die Zubereitung dauerte ewig lang und dann schmeckte dieser nicht mal. Und bei der Ausfahrt aus der Tiefgarage wurden auch noch 3$ fällig. Das war mal ein Café Vergnügen.

Es ging wieder auf die Interstäte. Vor mir ein rotes, langsam fahrendes Auto. Bei der Auffahrt beschleunigen Amerikaner ja scheinbar prinzipiell nicht und fahren, gleichbleibend langsam, einfach auf die Autobahn drauf. Auf jeden Fall knallte & schepperte es auf einmal fürchterlich. Mein Blick wanderte nach vorn, aber der rote Wagen fuhr normal weiter. Also hatte ich die Brücke über uns im Verdacht und schaute schon, ob der Brückenträger so geknallt hatte und diese nun im Begriff war auf uns zu stürzen. In dem Moment schrie Jessy „Um Gotteswillen, HALT AN!“. Völlig erschrocken wanderte mein Blick wieder nach vorn und vor uns lag ein riesiger Alucontainer (Größer als ein LKW-Reifen) der gerade zum stehen kam und scheinbar vom roten Wagen vor uns gerahmt wurde. Es folgte ein galantes Bremsmanöver mit einem beherzten Griff ins Lenkrad und wir zirkelten knapp drum herum, während Jessy nach Halt suchte. Fragend schauten wir uns an, wieso der rote Wagen einfach weiterfuhr und holten ihn ein um die Front zu inspizieren. Diese hatte deutlichen Schaden davon getragen was die Fahrerin aber nicht sonderlich störte. Wir brauchten eine Pause 😉

Ein paar Meilen weiter hatten wir mehr Glück mit der Cheesecake Factory und fanden eine geöffnete  Filiale. Zur Mittagszeit gönnten wir uns zwei der Cheesecakes. Einfach nur unfassbar lecker. Der Servicemensch fand uns bestimmt ein wenig komisch, zur Mittagszeit Mega Cheesecake mit ganz viel Sahne 😉

Mystic River Bascule Bridge

Nun stiegen zwei Käsekuchen ins Auto und die Fahrt ging weiter. Bereits 30 Minuten später kamen wir in der verschlafenen Hafenstadt Mystic an. Die Stadt hat sich früh auf den Bootsbau für die wohlhabendere Klientel spezialisiert und ist dafür mittlerweile weltbekannt. Für einen Hafenrundgang, um die zahlreichen Werften und einige Schiffe zu besichtigen, wird auch ein stolzes Eintrittssümmchen verlangt. Für uns ging es weiter Richtung City, zur Mystic Bascule Bridge eine der ältesten klappbaren Brücken. Und wir hatten Glück, kaum waren wir dort, wurde die klappbare Brücke eingefahren, damit ein Segelschiff durchfahren konnte. Sehr eindrucksvoll.

Ein Stopp in der Pizzeria Mystic durfte natürlich nicht fehlen, dem Drehort des Films „Pizza, Pizza – Ein Stück vom Himmel“ mit dem angeblich Julia Roberts berühmt wurde. Ich dachte immer es wäre Pretty Woman gewesen. Anschließend ging es noch ein wenig am Hafen entlang. Für eine kleine Zwischenpause ist das Städtchen definitiv einen Besuch wert.

Mystic River

Ein Fotostopp legten wir noch am Leuchtturm ein, bei dem stellten wir mit erschrecken fest, dass wir bereits 16 Uhr hatten und es lagen noch einige Kilometer vor uns. Es ging zur Stadtgrenze von Newport ins schicke Holiday Inn. Ein kurzer Promenadenrundgang dürfte natürlich nicht fehlen. Hier entdeckten wir noch das Monahan´s , ein kleiner aber kleiner Fischimbiss direkt an der Promenade. Mit super leckeren & günstigen Gerichten. Das war ein sehr genüßliches Abendessen.

Fort Adams

Am zweiten Tag auf dem Weg nach Bosten ging es zunächst in die City von Newport direkt zum Fort Adams, eines der ältesten & größten Forts der Ostküste. Auf der Fahrt dahin landeten wir inmitten einer Kolonne aus Corvettes in der alle Modelle vertreten waren. Etwas neidisch fuhr ich hinterher und begutachtete die schicken Autos. Nach einer Anhöhe sah ich den perfekten Fotomoment gekommen und da rief aus der Feuerwache, die rechts an uns vorbeizog, jemand „Das ist das perfekte Auto, was ihr da Fahrt, vergesst die Corvettes“, sehr lustig.

Etwas später erreichten wir Fort Adams. Wir hatten Glück, es waren noch relativ wenige Touristen unterwegs und wir konnten einen schönen kleine Runde drehen und die Anlage von allen Seiten besichtigen. Das es noch vor der Saison war, merkte man daran, dass überall noch Schönheitsreperaturen in Arbeit waren.

Unsere Fahrt folgte dem Strand entlang zur High Society Gegend für einen Strandspaziergang. Hier standen nur große Villen mit Meerblick und langen Auffahrten. Einige waren auch zur Besichtigung geöffnet. Wir entschieden uns die Rückseite zu erkunden und zwischen Strand und Villen ein wenig zu laufen. Hier war von den Villen allerdings wenig zu sehen, da der Strandweg tiefer gelegt wurde.

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Es war eine Stärkung fällig und es ging zurück nach Newport. Bei Tripadvisor hatten wir die Rosemary & Thyme Artisan Bakery aufgetan. Ein kleiner Imbiss in dem es die besten Sandwiches stadtweit gab und das lag natürlich daran, dass hier jemand ausgewandert ist, aus dem Land wo man am meisten vom Brot versteht. Es gab Sandwiches mit dem Namen „Highway Man“, „Autobahn“ oder „Terminator“ und alle waren super lecker. Zur Küche gab es ein kleines Guckloch über das man sich mit Anna kurz unterhalten konnte. Sehr cool gemacht und definitiv eine Pause wert.

Zu guter letzt ging es mit einer Strandpause weiter bis nach Boston. Eine AirBNB Unterkunft hatten wir bereits gebucht und diese erreichten wir auch ziemlich gut. Im Haus wurden wir neben dem Gastgeber von einem kleinen Hund erwartet, der ein Mega Knuddelbedürfnis hatte 🙂

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