Entlegene Buchten am Abel Tasman

Die Nacht war merkwürdig. Mittendrin wurde ich wach und irgendetwas leuchtete immer wieder in unsere Fenster. Nach einigen Sekunden dachte ich, es müsste das Licht eines Leuchtturms sein, da es in regelmäßigen Intervallen das Zimmer ausleuchtete. Ich nutzte diesen Service und schlich in Richtung Bad und blieb in den 10 Sekunden Lichtpause einfach stehen. Nachdem ich die Badezimmer-Tür wieder öffnete, wartete ich wieder auf das Licht und es kam nicht. Irgendwie dumm gelaufen. Nun stand zwischen mir und dem Bett ein Küchentisch, ein Wohnzimmertisch und noch diverse andere Hindernisse, die es lautlos zu umschiffen galt. Zwar schaffte ich es leise, aber ohne Blessuren ging es nicht. Wo war nur das Licht hin oder besser wo kam es zuvor her. Am frühen Morgen sah ich zwar, das die Vorhänge auf waren, allerdings war hinter dem Fenster dichter Wald so das der Leuchtturm hier eigentlich keine Schnitte hatte…

Mit Pancakes gestärkt ging es wieder zum Abel Tasman. Thomas übernahm das Steuer und verfiel sofort in alte Gewohnheiten, die Mädels machten ihn allerdings lautstark darauf aufmerksam, dass in Neuseeland Links gefahren wird 🙂

Ein kleiner Zwischenhalt am Kiosk und Thomas präsentierte uns den nächsten Ausrutscher. Beim Anfahren bemerkte er zwar, dass die Handbremse angezogen war, nicht aber das der Wagen deswegen auch wie wild piepte. Dazu sei angemerkt, dass die Handbremse bei diesem Wagen mit dem Fuß bedient wird. Zum Lösen, musste, wie üblich, die Handbremse zunächst etwas fester getreten werden. Thomas wollte die Handbremse lösen und trat erstmal voll in die Pedale. Das Auto verstand den Befehl umgehend und hielt mit quietschenden Reifen an, eine sehr gelungene Vollbremsung. Der Schock schoss uns in die Glieder und Thomas beschwerte sich noch, dass der Wagen gar nicht darauf aufmerksam gemacht hat. Natürlich wiesen wir ihn darauf hin, dass der Wagen wie wild am Piepen war und Thomas:“ Ach, das war das Piepen?“…

Die erste Eingewöhnungswanderung führte uns zum Wainui Falls Track. Der Weg führte erneut durch eine Art Regenwald und entlang des Flusses in dem der Wasserfall landet.

Von hier ging es mit Auto nach Totaranui. Ein Campingplatz, Visitorcenter und Startpunkt einiger Tracks zu den unterschiedlichen Buchten im Abel Tasman. Nachdem wir uns mit der Karte und den Möglichkeiten vertraut machten, entschieden wir uns für die 3h Wanderung nach Awaroa. Am Ende der Straße folgten wir dem Wanderweg in den Busch hinein.

Da die einzelnen Buchten durch kleinere Hügel getrennt sind, galt es auch den ersten zu bewältigen. Zunächst nahmen wir den auf dem Weg liegenden Lookout mit und konnten beide Strände sehen. Der Hügel stellte sich gleich als harte Nuss heraus. Gefühlt kamen wir dem Gipfel gar nicht näher und es blieb gleichbleibend Steil. Nach einigen Minuten schafften wir es dann doch und es ging wieder einige Höhenmeter abwärts, ehe wir die Goat Bay erreichten. Die Bucht war etwas kleiner als die erste und es lagen nur noch eine Handvoll Menschen hier, am ersten Strand waren es immerhin zwei Hände voll 🙂

Skinner Point Golden Beach Abel Tasman Neuseeland
Skinner Point Golden Beach Abel Tasman Neuseeland

Wir wanderten die Goat Bay entlang um den am Ende liegenden Wanderweg weiter zu laufen. Der nächste Hügel war zum Glück etwas gnädiger und wir gelangten zur Waiharakeke Bay mit etwas weniger Kraftaufwand. Hier legten wir eine ausdehnte Strandpause ein die Nadine und Thomas auch gleich für ein Bad im Meer nutzten.

Da der Weg zur Awaroa Bay noch ein gutes Stück weg war und der Weg nur bei Ebbe zu beschreiten ist (bei Flut muss ein großer Umweg in Kauf genommen werden) entschieden wir uns für den Rückweg. Allerdings gingen Nadine, Jessy und Thomas zum Parkplatz der Awaroa Road und ich holte den Wagen um Sie dort einzusammeln.

Allein im Auto hatte ich nun die 4km lange, teilweise einspurige Schotterpiste bis zur Kreuzung vor mir. Die Gelegenheit nutze ich gern und gab dem Wagen die Sporen und konnte einige tolle Kurvenrunden hinlegen. Am Beginn der Awaroa Road überraschte mich allerdings ein Schild, dass dieser Weg für Camper und tieferliegende Fahrzeuge nicht geeignet ist. Gespannt was mich erwartet fuhr ich zunächst etwas langsamer den Weg hinein. Ein paar Meter später war klar, dass die Straße aus Schotter oder festem Sand besteht und deutlich enger war. Es war schon sehr spaßig hier lang zu fahren. Unterbrochen wurde der Weg von zwei Bächen, die aufgrund von Niedrigwasser unproblematisch zu überfahren waren. Die Steigungen machten mir, für den Rückweg, mehr sorgen. Auf dem letztem Kilometer wurde vor häufigen Überflutungen gewarnt. Nach ca. 90 Minuten erreichte ich die drei und sammelte Sie ein. Die drei hatten den Parkplatz gerade selbst erst erreicht. Dazu war eine Wattwanderung notwendig, da der Parkplatz hinter der Bucht liegt und gerade Ebbe herrschte Die Rückfahrt war, wie erwartet spannend, mit 4 Leuten im Auto waren die Steigungen schon eine sportliche Angelegenheit. Im ersten Gang und ohne Anhalten waren wir aber wieder schnell am Ausgangsort.

Awaroa Road Totaranui Abel Tasman Neuseeland
Awaroa Road Totaranui Abel Tasman Neuseeland

Nach diesen Strapazen dachten wir an eine späte Kaffeepause in Wholemale Café in Takaka. Gegen 18 Uhr trafen wir hier ein und erstellten mit erschrecken fest, dass das Café bereits geschlossen war. Wir nahmen als Alternative die Dangerous Kitchen, der Orangenkuchen von Nadine war allerdings nicht empfehlenswert.

Für diesen Tag war auch ein Stopp im Berühmt-berüchtigten „The Mussel Inn“ geplant. Da unser Rückweg hier vorbeiführte war ein weiterer Zwischenstopp naheliegend.

Eine urig gemütliche Bar mitten im nirgendwo, die zahlreiche einheimische, wie Touris anlockt und weit über die Grenzen von Neuseeland bekannt ist. Die angebotenen Biersorten stammen allesamt aus der eigenen Minibrauerei und sind nur vor Ort zu bekommen und zu trinken. Mitnehmen geht nicht. Jessy, Nadine und Thomas nutzten die Gunst der Stunde, da ja nun ein Fahrer zur Verfügung stand und erfreuten sich an den Biersorten. Nach einer Lustigen Stunde ging es dann aber weiter Richtung Collingwood. Dabei übernahm ich das Steuer und führte mit einer Tempo- und Kurvenreichen Fahrt schnell ins Hostel.

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