Himmelbett und Taco Bell

Posted from California, United States.

Unser erster Weg an unserem frühen Tag führte uns ans Meer und zum nahegelegenen Red Wood Visitor Center, an dem wir eine Erlaubnis erhielten, um zu den Tall Trees Grove zu gelangen. Hier sind am Tag nur 50 Autos zugelassen. Nachdem uns der Ranger sehr ausführlich alles Wissenswerte erklärt hat, führte uns die Straße zunächst 6 Meilen asphaltiert den Berg hinauf, bis vor ein Tor, welches man nur mit dem richtigen Code (täglich geändert) passieren konnte. Nachdem Tor ging es  einspurig, auf Schotterpiste, 6 Meilen weiter bis zum Parkplatz für den Trail. Zum Trail waren noch weitere 1,5 Meilen Fußweg und insgesamt 600 Höhenmeter zu überwinden. Danach führte der Trail erneut 1,5 Meilen, in einem schönen Rundkurs, durch den Wald und beeindruckte, mit Teils 1000 Jahre alten Bäumen, die mehr als 100m Hoch waren. Eben richtige Giganten. Insgesamt konnte man den Bäumen einige, überstandene, Waldbrände ansehen. Teilweise hat sich die Rinde zur Hälfte abgespalten oder die Bäume waren innen bis zu 3 m hoch ausgehöhlt und standen trotzdem unbeeindruckt im Wald. Nach ca. 4 Stunden waren wir wieder am Auto angekommen und mussten nun langsam mal vorwärts kommen. So entschieden wir uns, mit nur wenigen Aussichtspunkten, bis nach Eureka (die Stadt gibt es wirklich) durchzufahren. Die 101 ist bei Kalifornien teilweise als Freeway ausgebaut, so dass man Ausnahmsweise mal 65 MpH (ca. 100Kmh) fahren durfte. So erreichten wir Eureka relativ schnell. Da wir keinen guten Kaffeeladen fanden, verirrten wir uns in die erste Shopping Mall. Diese war riesig und Menschenleer. Aber wir bekamen einen vernünftigen Kaffee und könnten uns was vom Chinesen, was allerdings in die Fast Food Riege gehörte… Weiter ging es mit dem Road Trip. Hinter Eureka kann man die 101 für eine Alternativroute (Avenue oft the Giants) durch den Red Wood Forest verlassen, was wir natürlich taten. So ging die Fahrt, mit erlaubten 55Mph, durch den Wald und die Bäume standen teilweise direkt an der Straße. 55Mph waren nicht erreichbar 🙂 Ein wenig weiter überquerten wir den Eel River und kurz danach fanden wir eine Einfahrt, die direkt zum Fluss führte. Spontan war eine Runde Schwimmen in dem glasklaren Wasser angesagt. Das war sehr erfrischend und das Panorama wie gemalt.

Eel River Red Wood Forest
Eel River Red Wood Forest

Unser Weg führte durch Longvale. Hier entdeckten wir eine Tankstelle und nutzten die Chance, den Schluckspecht mit Benzin zu versorgen. Leider wollte der Tankautomat meine Kreditkarte nicht akzeptieren. Nach mehreren Versuchen gab ich diese dem Kassier und tankte. Doch beim Kassieren funktionierte die Karte erneut nicht. Der Kassier versuchte eine Hotline anzurufen, ohne Erfolg. So ging ich zum Auto und holte Bargeld und eine weitere Karte. Währenddessen hatte Jessy sehr viel Spaß. In dem Auto neben hier saß ein Typ, der Original so aussah wie Captain Jack Sparrow und sich auch noch so benahm. Seine beiden Kumpanen waren nur als Matrosen eingestellt. Während ich wieder in der Tankstelle war und auf meinen nächsten Versuch wartete, gab ein Typ an, drückte mir 20$ in die Hand und meinte nur, wenn die Kreditkarte nicht geht, dann versuch es so. Rat- und Sprachlos blieb ich stehen und verließ den Shop. Beim erneuten Versuch klappte es allerdings mit der Karte. Ich verließ den Shop und ging zu den Typen und gab ihm die 20$ zurück. Wir unterhielten uns noch kurz und verabredeten uns für die nächste City. Als Abschluss war noch „Shake Hands“ angesagt. Jessy kam aus dem Staunen nicht mehr raus, von dem, was hier auf der Tankstelle so passierte und was für Gestalten hier so unterwegs waren. Das muss an dem Marihuana liegen, was hier sichtbar angebaut wird 😉

Weiter ging´s nach Willits. Unentschlossen, ob wir noch nach Mendocion fahren oder doch hier bleiben, checkten wir die Motelpreise. Das erste war ziemlich Highclass, doch ein Mittelding war nicht zu finden. So machten wir uns kurzzeitig auf den Weg nach Mendocino, bis wir feststellten, dass dies noch gute 50 Meilen waren. So blieben wir doch hier und entschlossen uns für ein Motel, welches laut Internet sehr gute Bewertung hatte. Leider ohne Spa. Ein Inder überreichte uns den Zimmerschlüssel, wir gingen hinauf und schlossen auf. Vor uns erblühte ein Zimmer mit Himmelbett in Rosa… Ohh man, unglaublich. Wir müssen ja noch frisch verliebt aussehen.

Das nächste Ziel auf der Agenda, war, was Essbares zu finden. Wieder checkten wir zunächst die Bewertungen. Ein Mexikaner, um die Ecke, wurde sehr gelobt. Schnell auf den Weg gemacht und suchen. Allerdings fanden wir diesen nicht. Doch als wir noch mal schauten, sahen wir dann den Mexikanischen Namen und der war in einer Tankstelle… Hier kann man halt auch Mexikanische Küche in der Tankstelle zu mitnehmen kaufen. Da wir uns für unseren letzten Abend was anderes vorstellten, holten wir doch den Wagen. Zu unserem Erschrecken mussten wir aber relativ schnell feststellen, dass alle Restaurants um 21 Uhr schließen. Da standen wir mit unserem Latein und entschlossen uns wiederwillig für unser erstes Gericht bei Taco Bell.

So wird aus einem letzten Abend geplant mit schickem Motel und was leckeres zu Essen, ganz schnell ein Abend mit Himmelbett und Taco Bell.

Wieder im Zimmer angekommen, stellte ich fest, dass wir unser Hostel, in San Francisco, erst ab dem 29. gebucht hatten. Auf einmal hatten wir wieder, einen neuen, letzten Abend zur Verfügung. Schnell die Karte auf und Ziel klar gemacht; Santa Cruz. Wir starten am Morgen nach Santa Cruz (70 Meilen hinter San Francisco) und werden dabei, zum ersten Mal, die Golden Gate Bridge überfahren. Den Weg werden wir schnell im Inland zurück legen und danach an der Küste wieder hoch, nach San Francicso, fahren. Mal schauen, was dieser letzte Abend bringen wird 🙂

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