Wale und Elche

Posted from Gold Beach, Oregon, United States.

Nachdem wir uns gestern Abend noch eine Stunde Spa mit Blick aufs Meer gegönnt haben, versuchten wir heute Morgen das Frühstück. Dieses war mal ein wenig besser, aber einfach kein Frühstück. Immerhin gab es aber Philadelphia. Ansonsten typisch Englische Toasts und Milch mit 1% Fett (üblich sind hier zwischen 0,1 und 0,3%).

Wir stoppten zunächst an den gleichen Aussichtspunkten wie gestern. Und konnten noch einige Postkartenfotos machen. Allerdings wurde Richtung Kalifornien die Küste immer mehr von Nebel eingehüllt. Erneut kamen wir nur im Schneckentempo voran, so dass wir Brookings (25Meilen) erst nach 2 ½ Stunden erreichten. Leider war der Traum vom Camaro auch ausgeträumt und wir saßen wieder in unserem Panzer 🙂

Ursprünglich wollten wir hier eine Kaffeepause machen, wurden aber nicht so richtig fündig und so setzten wir unsere Reise Richtung Red Forest Wood fort.

Kurz nach Brookings erreichten wir bereits den Bundesstaat Kalifornien. Uns war aber nicht bewusst, dass es hier Kontrollen an den Staatsgrenzen gab. So kamen wir in eine kleine Kontrolle. Überrascht, was uns erwartete, fragte die Rangerin, ob wir Früchte bei uns hätten und ich sagte sicher „Nein“. Was ich nicht wusste, dass Jessy in diesem Moment Weintrauben auf Ihrem Schoß hatte. Außerdem unterschlug ich auch die Pfirsiche, die auf dem Rücksitz lagen. Glücklicherweise gab es keine Kontrolle und wir konnten die Grenze passieren 🙂

Kaum in Kalifornien, fiel uns die Veränderung gegenüber Oregon sofort auf. Das erste Casino zeigte sich bereits 4 Meilen später. Außerdem führte die 101 hier nun nicht mehr an der Küste entlang, sondern ein Stück Richtung Landesinnere.

Bei Klamath konnten wir die ersten Riesenbäume des Red Wood Forest bestaunen. Hier gibt es einen Baum durch den man mit einem Auto fahren kann. Das wollten wir natürlich direkt ausprobieren. Wir verpassten die Abfahrt und fuhren über den Fluß Klamath. Dabei fielen uns zahlreiche Touris auf, die auf dieser Brücke hin und her liefen und irgendetwas im Fluß fotografierten. Dabei war die Brücke ein Freeway und hatte keinen Bürgersteig. Wir wendeten und schauten uns zunächst den Baum an. Und tatsächlich, nachdem wir um 5$ erleichtert wurden, zeigte sich hier ein Baum, durch den es möglich war mit einem Auto durchzufahren. Die Durchfahrt war sogar asphaltiert. Nach einigen Fotosessions, fuhren wir weiter.

Wieder über die Brücke und die Zahl der Touristen war nicht weniger geworden. Hinter der Brücke ließ Jessy mich raus und erklärte mich für ein wenig verrückt, da ich auch schauen musste, was da los ist. Aber es lohnte sich. Im Wasser schwamm ein Wal, der sich vom Meer in den Flussarm verirrt hatte. Den ersten Wal auf unserer Reise sahen wir nicht im Meer, sondern in einem Fluss. Sehr merkwürdig. Das ganze wurde wohl bereits in den Nachrichten gebracht, dass erklärte auch den starken Menschenandrang. Leider musste ich Jessy erst holen, damit sie auch ihren ersten Wal bewundern konnte.

Wal im Klamath River
Wal im Klamath River

Nach diesen Eindrücken fuhren wir durch den Red Wood Forest Park. Es gab zwei Trails die man mit Auto fahren konnte und das nutzen wir natürlich und konnten unglaublich große Bäume sehen. Beim zweiten Trail führte der erste Teil am Meer entlang, wobei wir gleich noch einen zweiten Wal vor der Küste im Wasser sehen konnten. Unser Weg führte zu den Tall Tree Grooves, wo der Vater der Bäume stand. Wir machten einen kleinen Rundgang durch diesen Park und konnten wirklich riesige Bäume sehen. Sehr coole Fotomotive.

Leider war der Tag schon fast wieder vorbei, so dass wir langsam nach einer Unterkunft schauen mussten. Unser eigentliches Ziel Eureka, war nicht mehr erreichbar, da wir noch so einige coole Sachen hier im Wald machen wollten. So hofften wir auf eine Unterkunft im kleinen Ort Orick (50Meilen vor Eureka). Auf dem Weg dahin, kamen wir an einem Elchdorf vorbei und hier waren schon wieder so viele Leute mitten auf dem Freeway unterwegs. Links lagen direkt am Rand ca. 20 Elche herum. Wilde Elche, die einfach in der Sonne lagen und sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließen. Weder von den zahlreichen Menschen, noch von den vorbei donnernden LKW`s.

Ein wenig weiter erreichten wir nun Orick, ein sehr kleines Dorf. Das erste Motel war bereits voll, aber im zweiten waren noch Plätze frei. Leider kein schöner Ort und das Motel ist auch eher eine sehr alte Angelegenheit. Muffelt sehr.

Woher nun was zu essen bekommen? Es gab drei Locations in diesem Ort, aber nur zwei geöffnet. In einer war keine Menschenseele drin, so dass wir uns für den Laden, der mit zum Motel gehörte entschieden. Es war ein amerikanisches Highway-Restaurant, wenn man es so nennen möchte. Wir bestellten, aufgrund unserer Erfahrung aus Packwood nur Burger und erhielten nur was Magenfüllendes ohne Geschmack, mit tiefgefrorenen Pommes. Das Essen legte sich wie ein Stein in den Magen. Nicht sehr schön.

Jessy machte den Vorschlag noch mal ein Stück zurück zu fahren, zum Farn Canyon. So setzten wir uns erneut ins Auto und verließen ein paar Meilen weiter die 101. Aus der asphaltierten Straße wurde am Waldesrand eine sehr enge, Schotterstraße mit sehr krassen Schlaglöchern und dem Höchstgeschwindigkeit 15Meilen.  Wir kamen nur sehr langsam voran, aber das Ziel war noch 8 Meilen entfernt. Mitten drin fiel Jessy auf einmal ein, dass die Strecke (nach Reiseführer) nur für Allradfahrzeuge geeignet sei. Unbeeindruckt fuhr ich weiter, bis wir den Wald verließen und die Strecke am Strand weiter ging. Doch wir sollten bereits vorm Ziel zum Umdrehen gezwungen werden. Vor uns hörte die Straße nun offiziell auf und es folgte ein Weg mit ein paar Steinen. Ein paar Meter weiter, kam dann der erste Bach, den es zu überqueren galt. Doch Jessys Nerven waren am Ende und es sah auch Riskant aus. So entschieden wir uns, umzudrehen. Doch mussten wir erneut durch das 2 Meilen lange Waldstück, was noch mal eine Herausforderung darstellte. Wir überstanden es und konnten am Ende noch ein paar Elche in der Wildnis beobachten, ehe sich unser Tag sehr früh am Ende der Zivilisation, mitten im Nichts, dem Ende zuneigte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.