Mount Rainier und Mount St. Helen

Posted from Ashford, Washington, United States.

Das Essen hier in Amerika ist sehr Gewöhnungsbedürftig. Der
Kaffee schmeckt nach Wasser mit einem Hauch bitterem Geschmack, ist aber auf
jeden Fall Schwarz. Der Rest ist immer mit viel Zucker und wenig Früchten oder
natürlichen Inhaltsstoffen. So war das Frühstück im Hostel, aber ok und eines
der besseren, wie wir schnell feststellen durften.

Mit dem Auto brachen wir zum Mount Rainier auf und kamen
auch, ohne Navigationssystem, ziemlich gut dort an. Nach einigen
Aussichtspunkten zeigte sich der Berg nur umgeben vom Nebel, doch mit jedem
Meter, den wir höher fuhren, riss die Wolken- und Nebeldecke auf und wir
konnten sehr schöne Bilder vom Gipfel schießen. Zunächst fuhren wir einen
Parkplatz unterhalb an und wollten uns 17Milen Fahrt um den Gipfel sparen. So
brachen wir zu Fuß auf. Allerdings wurden wir nach ca. 45 Minuten durch die
Schneegrenze gestoppt. Hier lag teileweise Meterhoch der Schnee und der
eigentliche Pfad war nicht mehr zu sehen. So entschieden wir uns doch
umzukehren und typisch amerikanisch das Auto zu nehmen 🙂

Die Fahrt belohnte uns mit wirklich tollen Bildern und
Aussichten. Nach unserer Ankunft beim Aussichtspunkt Sunrise, war es auch
wirklich kalt und es lag überall Schnee und das bei gerade mal 1200m. Die
Straßen sind extrem gut ausgebaut und sind normal zwei -spurig Breit. Trotzdem
kamen uns Fahrzeuge entgegen die am Rand nicht fahren wollten, diese warteten
bis man diese überholt hat und fuhren danach auf unserer Spur weiter. So
verbrachten wir noch einige Zeit an diesem Aussichtspunkt ehe wir wieder runter
fuhren. Mount Rainier im  Rückspiegel

Der Weg nach Packwood war gesäht mit einigen tollen
Aussichtspunkten und Fotostopps. So brauchten wir für die Strecke auch einige
Zeit aufgrund der vielen Wasserfälle und der tollen Sicht auf den Mount
Rainier. In Packwood erwartete uns das Hotel Packwood, welches mit einer sehr
alten Einrichtung glänzte. Wir wurden herzlich empfangen und trotz der urigen
Einrichtung hatte es einen tollen Charme. Die Familie vermietete die obere Hälfte
ihres Hauses als Hotel. Die Betten waren nicht durchgelegen und so konnten wir
sehr gut schlafen. Der Ort an sich war einfach amerikanisch. Ein Highway führte
durch, es gab einen Supermarkt, eine Tankstelle, zwei – drei Dinners und das
war`s. Jessy und ich entschieden uns für ein Abendessen in Peters Inn. Ich
blieb bei einem Cheeseburger und Jessy probierte ein Hähnchensteack mit
selbstgemachter Bratensauce. Als wir das Essen bekamen, staunten wir nicht
schlecht. Alles auf Jessy`s Teller war Tot 🙂 Die Kartoffel hatte ihre beste
Zeit in der Mirkowelle verbracht, dass Hähnchenschnitzel war getränkt in der
selbstgemachten (weißen) Bratensauce, die keinen Geschmack hatte, aber eine
Konsistenz Zitat Jessy: „wie schleim“ hatte. Mein Burger war ganz ok, aber das
Essen von Jessy sollte auf der Reise den bisherigen Tiefpunkt darstellen J

Unsere Reise zum Mount St. Helen war leider mit einigen
Hindernissen gespickt, so war die eigentliche Landschaftliche Route die Jessy
sich ausgesucht hatte, wegen Schnee noch immer gesperrt. So blieb uns nur ein
Umweg von 130 Meilen um von der anderen Seite dorthin zu gelangen, leider
konnten wir so nicht am Columbia River nach Portland fahren. Auf unserem Weg
drum herum, waren noch einige Aussichtspunkte bei denen wir noch zahlreiche
Fotos machten. Zum Aussichtspunkt, dem gegenüber liegenden Berg führte wieder
eine extrem gut ausgebaute Bundesstraße. Je näher wie dem St. Helen kamen,
konnten wir zahlreiche Landschaftliche Ereignisse sehen, die das Ausmaß des
Ausbruchs von 1980 ziemlich deutlich zeigten. So war im Tal der Lavafluss sehr
deutlich zu erkennen und um den Vulkan waren die meisten Bäume immer noch,
durch die Wucht der damaligen Explosion, umgeknickt und moderten vor sich hin.
Allerdings war sehr gut zu erkennen, wie die Natur das ganze Gebiet langsam
wieder aufforstete.

Der Ausbruch des St. Helen war am 18.Mai.1980, doch kündigte
sich das Ereignis bereits seit März durch zahlreiche Erdbeben an. Da man keine
Erfahrung mit Vulkanausbrüchen hatte, richtete man eine Sicherheitszone von 10
Meilen drum herum ein. Der Ausbruch begann mit einem Erdbeben der Stärke 5,1
worauf so gleich der Ausbruch erfolgte und dabei 400m der Bergspitze
weggesprengt wurden. Innerhalb von 4 Sekunden wurde im Umkreis von 10 Milen
alles dem Erdbodengleich gemacht, die Druckwelle war schneller als der Schall
und die Sicherheitszone bei weitem nicht ausreichend. Eine Rangerin erklärte
uns das ganze ziemlich Eindrucksvoll.

Nach unserem Aufenthalt am St. Helen machten wir uns auf dem
Weg nach Newberg und ließen Portland auf dem Weg rechts an uns vorbei ziehen.
Da wir ziemlich in der Rushhour unterwegs waren, brauchten wir auch einige Zeit
um die zahlreichen Staus in Portland zu überstehen. Interessant war die
Fahrweise der Amerikaner nun mal Life zu erleben. Zwar halten sich fast alle an
die Geschwindigkeitsbegrenzung, dafür kennen die aber keinen Sicherheitsabstand
und fahren schon mal bis auf 5m auf. Auch Überholvorgänge auf dem Highway sind
ein wahres Erlebnis, es wird überall überholt, Hauptsache der Platz reicht, um
das eigene Auto gerade so zwischen zwei andere Autos zu bekommen.

In Newberg verbrachten wir unsere Nacht in der Travelodge.
Zuvor haben wir noch ein, diesmal, sehr gutes Essen in Yamhill Grill, direkt
nebenan, gegessen. Diesmal war sah das Hühnchen auch so aus, wie ein zuvor
lebendiges 🙂

 

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