Anhaengliche Affen und Cayman-Fuetterung

Nach unserem erfolgreichen Shopping-Tag in Cusco standen nun die letzten Tage vor der Tuer.
So verliessen wir Cusco auf den Weg zum Flughafen. Dort angelangt war erstmal warten angesagt. Wie Lars uns sagte, scheint es hier wohl ueblich zu sein, die Fluege zu ueberbuchen. Und wer zu spaet kommt, kommt nicht mehr mit. So waren wir, fuer einen Inlandsflug sehr frueh am Flughafen.
Zum erschrecken musste ich feststellen, dass mein Koffer, nach der Shopping-Tour auch noch Uebergewicht hat und ich so auf ueber 21kg kam… Wer weiss, was Jessy da noch alles heimlich eingepackt hat. Aber das werde ich mir die naechsten Tage in Ruhe anschauen 🙂
Unser Flieger hatte Verspaetung und so kamen wir erst eine Stunde spaeter an unserem Ziel im Regenwald bei Puerto Maldonado an.
Dort ging es gleich in einen ziemlich coolen Bus ab zum Fluss, bei dem wir noch kurz umpacken konnten.
Und weiter auf ein kleines Boot und 1,5h auf dem Fluss Río Madre de Dios Flussabwaerts zur Eco Amazonia Lodge.
Auch dort war uns Bummeln nicht gegeben und so war der restliche Tag bereits voll ausgebucht. Zunaechst machten wir einen Ausflug zu der nahegelegenen Insel Monkey Island um Affen hautnah erleben zu duerfen (und ich kann euch sagen, es war absolut hautnah) und ein wenig ueber die Insel zu spazieren.
Bevor wir dort ankamen, setzten wir zunaechst auf Grund auf, konnten uns aber befreien, ohne eine Schwimmeinlage einsetzen zu muessen 🙂


Mit ein wenig Hilfe landeten wir dann alle auf der Insel und starteten mit unserem netten Guide die Tour ueber Monkey Island. Zunaechst erklaerte er uns ein paar Grundregeln, wie natuerlich, nichts anfassen, da einige Pflanzen giftig sind. Waehrend wir so zum dem Platz unterwegs waren, an dem die Affen meistens gefuettert werden, versuchte er, diese bereits durch Rufe anzulocken.
Am Platz angelangt waren schon einige Affen (Capucineraffen, Weisse Affen usw.) zu sehen. Er legte ein paar Bananen auf einen praeparierten Tisch und zerlegte diese mit seinem Buschmesser. Die Affen bedienten sich ordentlich.
Einige sehr kleine waren so zutraulich, dass sie auf der Schulter von Claudia, Klaus, Lars und Sven Platz nahmen und sich von dort das Schauspiel anschauten. Natuerlich wurden sie gleich zu Fotostars und so wurde ein Foto nachdem anderen von denen geschossen.
Ich versuchte die etwas groesseren Affen auf meine Schulter zu locken, leider vergebens. Ausser das diese mir immer die Bananenstuecke klauten, war keiner zu einem Sitting zu ueberreden.
So schaute ich mir das Schauspiel auch weiter an. Der kleine Affe bei Klaus schien ziemlich muede zu sein, er hatte sich ja auch schon ordentlich satt gefuttert. Da ich meinen Hut auf meinen Ruecken trug, schien er das als ideale Schlafmoeglichkeit zu sehen und wechselte von Klaus zu mir und kroch sofort unter meinen Hut.
Dort schien er es sich dann auch gleich gemuetlich zu machen und ein Nickerchen zu halten. Das hat die anderen so ueberrascht, dass ich leider der naechste Fotostar wurde.

Nach einigen Minuten sollte die Fuehrung ueber die Insel weitergehen und auch die Dunkelheit kam langsam naeher. Der Affe allerdings schlief weiter und gab nur Geraeusche von sich, wenn jemand unter den Hut schaute.
Einige Meter nahm ich ihn mit, ehe ich den Hut auf meinen Kopf setzte um ihn davon zu ueberzeugen, meine Schulter zu verlassen.
Allerdings schien ihn das nicht weiter zu stoeren und so schlief er einfach weiter. Hin und wieder veraenderte er die Position und schaute auch mal mit ueber meine SChulter um zu sehen, wo es denn hingeht. So blieb er waherend der ganzen weiteren Fuerhung uber die Insel auf meiner SChulter sitzen.
Irgendwann musste aber auch mal diese Tour zu Ende gehen, zu mal die Daemmerung bereits eingesetzt hatte. So kam der Guide zu mir und versuchte den Affen davon zu ueberzeugen, meine Schulter zu verlassen, dieser liess sich davon allerdings nicht beeindrucken und versuchte mit allen Mitteln auf meiner Schulter zu bleiben. Dabei schnappte er auch zwei Mal nach dem Guide.
Irgendwann ging ich in die Hocke um es den Guide einfacher zu machen. Dabei landete der Affe auf meinen Schoss und schaute mich, total suess, hilfesuchend an.
Nun konnte der Guide ihn doch von mir runder nehmen und ich musste, schweren Herzens, in die andere Richtung schnell weiter gehen. Der Affe schaute mir noch ein wenig nach, ehe er, sich beschwerend, wieder zurueck in den Dschungel lief.
Was fuer ein tolles Erlebniss. So schnell schliesst man Freundschaften mit Inselbewohnern 🙂
Es ging zuerueck in unsere Lodge, wo wir uns erstmal auf der Terrasse in Haengematten niederliessen. Dort wurde auch die erste Flasche Rum, die auf der Fahrt hierher noch gekauft wurde, von einigen gekillt 🙂
Danach sollte schon wieder das naechste Essen auf uns warten und so gab es ein total leckeres Buffet in der Lodge. Auch Kaffee stand bereit und so koennte ich mir, nach dem leckeren Essen, eine Tasse.
Leider vergass ich, dass auch hier in den Thermoskannen kein normaler Kaffee sondern eher Konzentrat oder besser konzentrierte Espresso zu finden ist und dieser mit Wasser aufgefuellt werden sollte. So teilten Mario, Sven und ich das Schicksal, dass wir eine Tasse konzentrierten Kaffee trinken duerften 🙂
Nun sollte das Programm noch nicht vorbei sein und so fanden wir uns wieder auf dem Boot ein um nach Caymanen am Ufer ausschau zu halten und dabei sahen wir so einige. Unglaublich, was fuer gute Augen der Guide hatte, der uns wirklich einige, rotleuchtende, Augen zeigen konnte. Ausserdem sah er auf dem Ufer, aus ca. 30-40m Entfernung, eine Schlange sitzen zu der er an naeher ran fuhr um einige Bilder zu knipsen.
Nach der Rueckkehr ging es schon fast in unsere tollen Haeuser, da die Lodge Strom nur bis 22Uhr hatte. Ausserdem sollte auch der naechste Tag, in gewohnter Manier, wieder frueh beginnen.

So wurden wir bereits um 06:30 geweckt, ja richtig, jemand ging rum und rief in jedes Haus hinein und wartete auf eine entsprechende Antwort, ehe eher weiter zog. Das hat Janine auch ein wenig verwirrt, die bereits dem Weckenden Menschen um 05:30 geantwortet hat, obwohl dieser die beiden garnicht meinte 🙂
Nach unserem Fruehstueck ging es mit dem Boot nen guten Kilometer Flussabwaerts, dort begannen wir dann mit einer 2 stuendigen Wanderung durch den Regenwald. Dabei zeigte unser Guide mit viel Spass und Freude einige Interesannte Planzen und Baueme. Es gab auch fuer jede moderne Technik mindestens einen Gegenpart im Regenwald. Zum Beispiel einen Telefonbaum oder einen Trommelbaum 🙂
Unser Ziel war ein See mitten im Regenwald, an dem man einige Caymane sehen konnte und mit viel Glueck vielleicht auch eine Anaconda oder einen Jaguar. So teilten wir uns auf, waehrend die eine Haelfte auf einen Aussichtsplattform ging, machten wir eine kleine Tour im Boot und wechselten danach. Die erste Gruppe war der Ueberzeugung zumindest eine grosse Schlange im Wasser gesehen zu haben. Leider blieben uns solche Erlebnisse auf der Plattform verwehrt. Dafuer konnten wir aber auch einen tollen Blick in den Wald und auf den Cayman werfen, der im See ganz ruhig zu liegen schien.
Nach diesem Ausflug ging bereits die Rueckreise zu unserer Lodge los. Diesmal direkt durch den Regenwald zurueck. Auch hier zeigte der Guide noch einige Pflanzen. Der Blick musste beim gehen, allerdings haeufig am Boden bleiben um zu sehen, wo man so hintritt.
Bei mir blieb er einen Moment zu lang unten, so dass ich mitten durch ein Hornissengeschwader lief. Dies fanden gleich 3 nicht so lustig. Die erste Stach mich in die Hand, die zeite versuchte es am linken Arm und den dritten Stich war nur sehr leicht getroffen am Bein.
Allerdings war der Stich an der Hand ziemlich schmerzhaft, gluecklicherweise hatte ich aber schon ein Antiallergikum am morgen genommen, so war die Schwellung nur minimal.
Einige Zeit spaeter erreichten wir unsere Lodge und hatten nun mal ein wenig Freizeit, ganze 1,5h waren uns gegoennt. Flux umgezogen und hinein in den Pool, halt dann doch nicht. Die Temperatur war so kalt, dass wir uns nicht ueberwinden konnten. Ausser Sven, der schaffte es hinein und spaeter kamen auch Klaus und Ulla noch nach. Das naechste mal 🙂
Ab ging es zum Mittag, wo schon wieder Buffett auf uns wartete und es war einfach spitze. Danach war uns noch ein wenig Freizeit vergoennt und die Zeit schien an unserem Tag einfach so zu rennen. Am Nachmittag startete unserer naechste Expedition zur Cayman-Fuetterung.
Vorher ging es aber erstmal auf die Rueckseite der Lodge, in den Garten. Dort wird so ziemlich alles an Fruechten selbst angebaut und so bekamen wir auch hier erstmal eine Fuehrung mit einer ordentlichen Probierstunde, der Fruechte, die hier so wuchsen.
Weiter ging es zum See. Unser Guide hatte einen Fisch dabei. Am Ziel legte er diesen am Ufer ab und klopfte etwas um den Cayman anzulocken. Wir nahmen in sicherer Entfernung Platz und konnten den Cayman auch schon beobachten. Voellig unbeeindruckt lag er weiter an der gleichen Position. Allmaehlich und langsam machte er immer wieder ein Stueck in Richtung Ufer gut.
Am Ufer verlies er ganz langsam das Wasser und frass, in aller Ruhe, den Fisch. Danach blieb er erstmal einige Zeit, regungslos, liegen und ploetzlich drehte er sich um und lief wieder ins Wasser zurueck. Im Wasser war dann die Blitzgeschwindigkeit schlagartig wieder vorbei. Sehr Eindrucksvoll.
Leider setzte so langsam, erneut die Daemmerung ein, so das wir zurueck mussten. Der letzte Abend hatte begonnen und wir verbrachten diesen, nach dem Abendessen, gemeinsam in der Bar genossen ein paar Cocktails, unterhielten uns nett bzw. spielten ein wenig Billiard und Tischtennis.
Gegen 22:00 loesten wir uns dann so langsam auf, kurz bevor der Strom wieder zur Neige gehen sollte.
So schnell ging die Zeit vorbei, im Prinzip, wie im Fluge, aber es waren schoene 3 Wochen, mit einem schoenen Abschluss.

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