Krokodile zum Mittag und zum Mittagessen

Waehrend unseres Fruehstucks haben wir noch jemanden aufgetan, der gerne Mitfahren wuerde. Ausserdem lernten wir noch jemand aus Deutschland kennen, der hier auch sein Work- und Travel- Jahr verbringt. Kurze Zeit spaeter sassen wir auch schon zu dritt im Auto auf dem Weg zur Krokodil- Farm. Zunaechst war es ja eine ganz normal geteerte Strasse, aber dass aenderte sich kurz vor unserem Ziel. Wie immer fuhren wir auf eine Kuppe zu und direkt hinter der Kuppe begann die Schotterpiste. Doch immer wieder nett wenn man so mit 100km/h unterwegs ist und nicht durch ein Schild auf eine doch nicht  unwesentliche Strassenaenderung hingewiesen wird. So hatten wir noch ein gutes Stueck auf der mit einigen Schlagloechern gepflasterten Strasse vor uns. Beim Amerikaner war ich mir nicht sicher, ob er wusste worauf er sich eingelassen hat.
Ein wenig spaeter waren schon vor der Einfahrt auf der rechten und linken Seite Gehege mit kleinen Tuempeln zu sehen, in denen einige Krokodile lagen. Da waren wir also auf einer Krokodil- Farm. Die Farm lag ca. 25km vor Rockhampton im nichts, dass heisst nicht ganz, ca. 800m vorher gabs auf der rechten Seite noch eine Schule. Hmm, ob die fuer schwer Erziehbare Kinder war, konnten wir allerdings nicht sehen 🙂
Der Amerikaner, den wir bis hierher mitgenommen hatten, wollte fuer die naechsten 4 Monate hier arbeiten. Ihm war auch nicht so recht anzusehen, ob er sich nun freute oder ob er mit was anderem gerechnet hatte.
So verliess er uns auch gleich und hatte ein Treffen mit dem Chef der Farm.
Vor beginn der eigentlichen Tour, erzaehlte uns wieder ein Scout zu einiges ueber die Farm und ueber das Leben der Krokodile. Die Farm zuechtet Krokodile, wegen dem Leder und wegen dem Fleisch. Zudem sahen wir noch ein Video, welches den Besiter der Farm bei seiner Arbeit zeigte, sah alles sehr Interesannt aber auch gefaehrlich aus.
Auf der Tour landeten wir zunaechst beim groessten Gehege. Dort lag ein Krokodil voellig regungslos und scheinbar unbeeindruckt davon, dass wir in ca. einem Meter Entfernung an ihm vorbei gehen. Der Scout schmiss ein wenig rohes Fleisch in die Naehe und Blitzschnell drehte sich der Kopf um 180° und das Krokodil verschlang es gleich mit der Haelfte des Tuepels. Die Reaktion des Reptil war dabei echt beeindruckend und irre schnell.
Unverhofft ging der Scout weiter am Zaun lag und da passierte es, ein Krokodil sprang auf einmal hoch, gegen den Zaun und versuchte den Scout anzugreifen. Dieser sputete sich und ging machte gleich einen grossen Schritt nach vorn und schaute sich etwas erschrocken um.
Naja, die junge Krokodildame hatte Intelligenterweise ihr Nest direkt an einem Zaunpfosten gelegt und dachte nun der Scout wohle es angreifen. Echt krass, wie aus dem nichts sprang das Krokodil auf einmal auf und ohne die geringste Vorwarnung. Der Zaun machte an dieser Stelle auch keinen wirklichen Vertrauensvollen Eindruck.
Beim naechsten Gehege zeigte er uns dann ein sehr grosses Exemplar, so an die 5 -6m lang. Er warf ihm wieder ein Rohes Stueck Fleisch hin und ein weiteres Mal sahen wir die Blitschnelle Reaktion.
Im naechsten Gehege ging er dann direkt rein und ihr koennt es glauben oder nicht, dass Krokodil welches dort im Tuempel lag, konnte man Mieten. Er meinte zum Beispiel fuer Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten (fuer unliebsame Gaeste) oder aehnliches. Und das war kein Scherz, dass Exemplar konnte man wirklich mieten.
Der Scout ging ganz dicht ran ans Wasser und gab ihm rohes Fleisch und stand dabei unmittelbar vor dem Krokodil, dass haette ohne Probleme auch sein Bein oder seinen Arm haben koennen. Er forderte es sogar auf hoch zu springen, unglaublich. Nach seiner Aussage wurde es schon sehr frueh gefangen und hat das Jagen nie richtig gelernt und weiss deshalb wohl auch nicht so recht, wieviel Kraft es eigentlich hat.
Im naechsten Gehege war ein wirklicher Killer. Er fragte uns mehrmals, ob wir in dem kleinen Tuempel ein Krokodil sehen koennten und wir sahen nichts, ausser dem Wasser. Mit einem sehr langen Stock (ca. 4 -5m) zeigte er uns zunaechst die Wassertiefe und die lag bei Schaetzungsweise 20 – 30cm, es war sehr niedrig. Nun haute er ein, zwei mal mit dem Stock auf das Wasser und blitzschnell ragte eine riesige Schnauze mit samt Hinterteil aus dem Wasser heraus und schnappte nachdem Stock. Unglaublich, sag ich nur. Keine Sekunde spaeter war von dem Krokodil wieder nichts zu sehen. Man sah, wie vorsichtig er war. Bei keinem anderen Gehege hat er bisher einen so langen Stock benutzt, selbst er muss echt Respekt vor diesem Krokodil haben.
Kurze Zeit spaeter stellte sich auch heraus, dass er der Sohn des Farmbesitzers ist. Sozusagen ein Familienunternehmen.
Nach ein paar weiteren Gehegen war die Fuehrung zu Ende und wir gingen wieder zum Kaffee und Restaurant zurueck. Dort schauten wir uns noch so einige, nicht lebendige, Exemplare an. Danach schauten wir uns die Speisekarte an und bestellten ein Krokodilsteak. Wir setzten uns an einen Tisch und warteten gespannt auf das Mahl. Ein wenig spaeter kam es auch schon, wieder ein grosser Teller mit Salat, Pommes und 4 mittelgrossen Krokodilsteaks.
Jessy und ich machten uns daran zu schaffen und probierten zunaechst sehr skeptisch. Nach ein paar Stueck wurde Jessy aber doch bewusst, dass das nicht ihr Fall ist und sie es wohl nicht mochte.
Ich konnte nun nicht sagen, dass ich es nicht mag, aber ich muesste es auch nicht jeden Tag haben. Der Geschmack ist jedenfalls schwer zu beschreiben, den so oft gehoerten aehnlichen Huehnchengeschmack konnte ich auf keinen Fall feststellen. Das es die Konsistenz von Fisch hat, dem kann ich auch nur in geringem Masse zustimmen. Es sieht zwar aus wie Fisch, ist aber bei weitem nicht so zart. Es ist sehr fest und schmeckt sehr eigenstaendig, man sollte es auf jeden Fall mal probiert haben. Nach diesem Ausflug verliessen wir die einsam gelegene Gegend wieder und wunderten uns auf den Rueckweg umso mehr um die Nahe gelegene Schule 🙂
Der Weg fuehrte uns zunaechst zum Emupark und zu einsamen und sehr schoenen Straenden, leider fehlte etwas entscheidendes, die Sonne. Aber wir gehen ganz stark davon aus, dass sie ein wenig wartet um bei unserer Segeltour mit voller Kraft zu scheinen.
Da befanden wir uns auch schon an den Capricorn Caves und reservierten direkt eine Fuehrung durch diese. Auf dem Weg vom Parkplatz zur Rezeption sahen wir aber schon wieder die Maskoettchen Australiens im Park sitzen, Kaenguruhs. Nachdem wir unsere Tickets in Empfang genommen hatten ging unser Weg auch wieder zu ihnen zurueck.Es war eine Mutter mit ihrem kleinen und weiterer Nachwuchs sass bereits im Beutel. Aufgrund dieser Tatsache wollten wir sie dann doch nicht streicheln, beobachteten sie aber noch einige Zeit.
Die Fuehrung durch die Hoehlen war phantastisch. Sie gingen bis zu 20m Tief und saehen klasse aus. Von der Farbe her waren sie gelbbrauenlich. Auf den Hoehlen standen einige Baeume. Vor dem Eingang war bereits ein Teil der Hoehel eingestuerzt, dass konnte man gut an den rumliegenden Felsbrocken sehen, aber dass ist schon mehrere Millionen Jahre her. Hier hat sich auch ein weiterer Baum niedergelassen.
So verschwanden wir in der Hoehlenwelt und sahen einige schoene Bilder, zum Beimspiel einen Sonnenuntergang oder die Karte von Australien, einen Felsen mit der Form eines Kamels usw.
Nach diesen ganzen Sehenswuerdigkeiten kamen wir zur Hauptattraktion, einer Kapelle. Mitten im Hoehlensystem hatte sich ein grosser, hoher Raum gebildet, der heute als Kapelle genutzt wird. In ihm standen einige Baenke und es hatte ein wenig Aehnlichkeit mit einer Kirche. Hier werden Trauungen vorgenommen und Konzerte gibt es hier ebenfalls. Der Scout fragte uns nun, ob den jemand von uns Singen wohle, aber natuerlich war jeder zu schuechtern und er selber auch. So liess er einfach ein Lied abspielen und wir kamen in Genuss des einmaligen Klangs, den es hier gibt. Es hoerte sich an, wie in einem Konzertsaal, echt genial.
Bei einem weiteren Lied erkundeten wir noch wenig die Kapelle und machten noch einige tolle Bilder. Ausserdem hatte sich die Wurzel des Baumes bis hier herunter bereits durch die Felsen gebohrt. Nach seiner Aussage durchbohren die Wuerzeln regelrecht die Felsen in der Hoffnung auf Erde zu stossen. Vom Baum bis hier runter waren es ca. 20m.
Durch eine kleine Hoehle kamen wir in eine andere grosse Hoehle. Hier gab es ein Loch, welches von der Decke bis zur Erdoeberflaeche ging. Es hatte einen Durchmesser von einem halben Meter. Zweimal im Jahr scheint die Sonne fuer ca. 20 Minuten direkt durch das Loch auf eine bestimmte Stelle. Die gebuendelte Kraft reiche dabei aus, um Mithilfe eines kleinen Alublechs Papier und Pappe in Brand zu stecken. Wenn man sich waehrend des Sonnenscheins unter das Loch, mit bunter Kleidung stellt, wuerden total viele unterschiedliche Farben auf den Waenden sichtbar werden. Nach diesem weiteren Highlight verliessen wir das Hoehlensystem wieder und unsere Tour war auch beendet.
Auf dem Weg zum Parkplatz hielt ich natuerlich wieder Ausschau nach den Kaenguruhs und wir entdeckten sie auch, sie waren mittlerweile sogar zu dritt. Langsam schlich ich mich an eins heran und konnte es auch streicheln, dabei schaute es mich aber hin und wieder skeptisch an, futterte dann aber doch unbeeindruckt weiter. Immer diese Touris, wird es wohl gedacht haben 🙂
Zurueck nach Rockhampton waren wir am ueberlegen, wo wir eine Kaffeepause einlegen koennen und es tut mir leid das sagen zu muessen, aber es blieb nur McCafè uebrig. Alle anderen Laeden hatten, wie ueblich, geschlossen.
Ein kleiner Spaziergang durch den Botanischen Garten und eine Fahrt auf den Mount Archer beendeten unseren Erlebnisreichen Tag. Auf dem Mount Archer hatte man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und die sah von hier oben garnicht so klein aus.
Und wieder endete ein weiterer Tag unserer Reise und damit endet auch unserer Aufenthalt in Rockhampton. Morgen frueh wird unsere Fahrt direkt nach Arlie Beach gehen und wir koennen nur hoffen, dass der Regen sich bis dahin verzogen hat, die Sonne raus kommt und wir bei 35°C foermlich gegrillt werden 🙂

2 Gedanken zu “Krokodile zum Mittag und zum Mittagessen

  1. Was ihr schon wieder alles erlebt habt, dass ist ja der helle Wahrnsinn!! Aber wie könnt ihr nur Krokodilfleisch essen, wo ihr diese Tiere doch grade erst lebendig bestaunt habt? Also ich könnt das glaube ich nicht so wirklich! Aber es hört sich wieder alles sehr, sehr spannend und gefährlich an! Habt ihr das mit eurem Auto dennschon geklärt? 🙂 Man muss ja die Polizei von dort auch aml erleben, oder? 🙂 Naja, dann bis bald und viel spaß bei allem noch!

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